Was sich bei der GmbH-Gründung in der Slowakei vereinfacht hat
Die Gründung einer s.r.o. erfolgt heute rein elektronisch: Der Antrag beim Handelsregister wird mit einer sog. qualifizierten elektronischen Signatur eingereicht, die Gerichtsgebühr beträgt 150 Euro, und das Registergericht entscheidet in wenigen Werktagen. Die früher übliche Einzahlung des Stammkapitals auf ein Bankkonto vor der Eintragung ist entfallen – eine Erklärung des Einlagenverwalters genügt. Gewerbeberechtigungen werden im selben Zug elektronisch beantragt.
Für österreichische Gründer bedeutet das: Eine Reise nach Bratislava ist für die Gründung selbst nicht erforderlich. Unterschriften können auch bei einem österreichischen Notar beglaubigt werden; die Apostille erteilt das zuständige Landesgericht.
Drei Stolpersteine bei der Firmengründung in der Slowakei
1. Firmensitz in der Slowakei
Die Eigentümerzustimmung zur Nutzung einer Adresse als Sitz muss mit beglaubigter Unterschrift vorliegen. Wer eine Wohnung eines Bekannten angibt, riskiert Zustellprobleme und im schlimmsten Fall die Löschung der Gesellschaft. Eine registrierte Geschäftsanschrift mit Postservice ist die verlässlichere Lösung.
2. Geschäftsführer mit Wohnsitz in Österreich
Ein Geschäftsführer mit Wohnsitz in Österreich ist zulässig. Er muss aber erreichbar sein: Behörden stellen elektronisch in das Postfach der Gesellschaft zu, und Fristen laufen ab dem Tag der Zustellung – auch wenn niemand hineinschaut. Wir richten das elektronische Postfach ein und überwachen es.
3. Umsatzsteuer-Registrierung (UID) in der Slowakei
Die Registrierung ist ab 50.000 Euro Inlandsumsatz verpflichtend, freiwillig aber früher möglich. Das Finanzamt prüft bei ausländisch geführten Gesellschaften genauer – wobei das Geschäftsmodell, Sitz und Geschäftsführung plausibel dargestellt werden müssen. Wer die Umsatzsteuernummer sofort benötigt, sollte das bei der Planung berücksichtigen oder einen Firmenmantel mit bestehender Registrierung in Betracht ziehen.
Steuern in der Slowakei im Jahr 2026: die wichtigsten Eckdaten für eine s.r.o.
- Körperschaftsteuer 21 Prozent; 10 Prozent für Gesellschaften mit Umsätzen bis 100.000 Euro; 24 Prozent ab 5 Millionen Euro Umsatz.
- Umsatzsteuer-Normalsatz 23 Prozent, ermäßigte Sätze 19 und 5 Prozent.
- An natürliche Personen ausgeschüttete Dividenden: 7 Prozent Quellensteuer; das Doppelbesteuerungsabkommen mit Österreich verhindert die Doppelbesteuerung.
Die Sätze wurden in den vergangenen Jahren mehrfach angepasst. Vor einer Entscheidung lohnt sich ein Blick auf den aktuellen Stand – diesen stimmen wir mit Ihrer österreichischen Steuerberatung ab.
Fazit: GmbH in der Slowakei gründen lohnt sich – mit guter Vorbereitung
Eine slowakische GmbH (also eine s.r.o.) ist für österreichische Unternehmen in 2 bis 3 Wochen betriebsfähig verfügbar. Wer Firmensitz, Geschäftsführung und Umsatzsteuer frühzeitig klärt, vermeidet die typischen Verzögerungen. Sämtliche Einzelheiten zu Procedere und den Kosten finden Sie auf unserer Seite Gründung einer GmbH (s.r.o.) in der Slowakei.
Stand: 10. September 2026. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.

